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Jour Fixe: Katharina Hinsch – Das Facettenmodell der Sexualität

Das Facettenmodell der Sexualität

Das Facettenmodell der Sexualität stellt ein sexualtherapeutisches Instrument dar. Es ermöglicht eine rasche und therapeutisch effiziente Reflexion über verschiedene, einander nicht ausschließende Zugänge/Motive für Sexualität und kann in der Einzelpsychotherapie und -beratung, Paartherapie und Sexualtherapie, aber auch im Rahmen von Aus- und Weiterbildung bzw. zur Selbstreflexion eingesetzt werden.

Sowohl die eigene als auch die Sexualität unserer Gesprächspartner*innen kann unter neuen Gesichtspunkten erforscht, Bedingungen für eine gelingende Sexualität erkundet und eine Beleuchtung bekannter und unbekannter Zugänge ermöglicht werden.

Auch in der Partnersexualität hat sich das Modell bewährt: Die verschiedenen Motive für die Sexualität der Partner*innen lassen sich schnell herausarbeiten und zeigen sich in ihrer Unterschiedlichkeit. Aufgrund der Ressourcenorientierung des Modells treten Scham und Angst vor Entwertung der eigenen Sexualität in den Hintergrund und es kommt durch das Nebeneinanderstehen von zwei verschiedenen, unterschiedlich motivierten Sexualitäten zu einem neuen Prozess, einer anderen Dynamik. Für eine neue gemeinsame Lust wird der Boden bereitet.

Rund um die Thematik der sogenannten sexuellen Lustlosigkeit ermöglicht das Facettenmodell eine fruchtbare Neuorientierung: die oft als mühsam beschriebene Suche nach der sexuellen Lust entfällt, weil wir uns mit dem beschäftigen, was kommt bzw. kommen will und nicht mit dem, was fehlt.

Die sechs Facetten (Beziehungsfacette, emotionale Facette, Vitalitätsfacette, Bestätigungsfacette, Abenteuerfacette, spirituelle Facette) stehen für Motive und Aspekte von Sexualität. Unsere Gesprächspartner*innen können dort abgeholt werden, wo sie stehen, haben Worte zur Verfügung mit denen sie ihre vielleicht sehr vagen Vorstellungen über ihre Sexualität ausdrücken können und dies schon zu einem sehr frühen Zeitpunkt des therapeutischen Prozesses. Die häufige Angst, irgendwie sexuell nicht o.k. zu sein oder nicht zu genügen, wird gleich zu Beginn minimiert. Der Schwerpunkt liegt implizit auf einer Erweiterung und Bereicherung der Sexualität sowie der Förderung von sexueller Resilienz.

Mag.a Katharina Hinsch ist Psychologin (Universität Wien), Systemische Psychotherapeutin (la:sf Wien), klinische Sexologin (approche sexocorporelle). Mehrjährige Arbeit im Kinderheim mit Jugendlichen, langjährige Tätigkeit an der Klinik Eggenburg – psychosomatisches Zentrum Waldviertel, selbständige psycho-, paar- und sexualtherapeutische Arbeit in eigener Praxis. Lehrtätigkeit (u. a. in den Bereichen Sexualität, Persönlichkeitsentwicklung und Paartherapie): Sigmund Freud Universität, Arge Bildungsmanagement, ÖAS, Hypno-Synstitut, VPA.

Datum

14. Januar 2021

Uhrzeit

19:00 - 21:30

Ort

la:sf
Trauttmansdorffgasse 3A, 1130 Wien
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