Fortbildungen der fg:st
Die Kunst des psychotherapeutischen Gesprächs. Ein systemischer Fokus auf das Dazwischen von Klient:innen und Therapeut:innen
Therapieprozesse gestalten und entwickeln sich häufig in einer Weise, die Klient:innen als hilfreich und bedeutsam beschreiben und die es uns Therapeut:innen ermöglicht, uns selbst als wirksam zu erfahren. In diesen Prozessen erleben wir die Kommunikation oft – jenseits inhaltlicher Herausforderungen – als ein Fließen und gegenseitiges Anschließen: als wechselseitiges Bezogensein, aufeinander Eingehen und gemeinsames Abstimmen.
Wir alle kennen jedoch auch Prozesse, in denen sich Kommunikation schwierig oder stockend anfühlt; in denen kaum ein gemeinsamer Gesprächsfluss entsteht. Zögern, Schweigen, ein Sich-Zurückhalten oder das Erleben, dass „etwas dazwischenliegt“ oder sich nicht wirklich greifen lässt, können solche Begegnungen prägen.
Diese Momente des Schwierigen und Brüchigen standen im Zentrum unserer langjährigen Forschungsarbeit. Dabei haben wir versucht, dieses Phänomen theoretisch zu verorten und unsere Beobachtungen und Reflexionen anhand ausgewählter Fallbeispiele so zu strukturieren, dass sie dazu beitragen können, die kommunikative Kompetenz in der therapeutischen Praxis zu erweitern und zu verfeinern.
Theoretisch erscheint uns dabei ein wesentlicher Unterschied bedeutsam: Das Phänomen schwieriger oder brüchiger Prozesse – was in der analytischen Tradition vielleicht auch mit dem Begriff des „Widerstands“ verortet wird – verstehen wir nicht als etwas, das Klient:innen zugeschrieben werden kann. Vielmehr begreifen wir es mit dem systemischen Blick als ein Geschehen, das sich im „Zwischen“ organisiert – innerhalb der gemeinsamen Interaktion von Therapeut:innen und Klient:innen.
Mithilfe der Konversationsanalyse – einer Transkriptionsmethode, die neben sprachlichen Äußerungen auch stimmliche, rhythmische und interaktionelle Qualitäten sichtbar macht – haben wir ausgewählte Fallsequenzen untersucht. Dabei interessierte uns unter anderem, wie sich in den wechselseitigen kommunikativen Anschlüssen von Klient:innen und Therapeut:innen das jeweils „Verstandene“ nachvollziehen lässt und wie daraus wiederkehrende kommunikative Muster erkennbar werden.
Diese über unterschiedliche Inhalte und Themen hinweg beobachtbare Strukturbildung von Gesprächen fasziniert uns und bestärkt unser theoretisches Verständnis therapeutischer Gespräche als autopoietische Prozesse. Zugleich beeinflusst diese Beobachtungs- und Herangehensweise auch unser therapeutisches Arbeiten: Wir richten unsere Aufmerksamkeit verstärkt auf das, was wir wechselseitiges Anschlussverhalten nennen, und erfahren das gemeinsame Reflektieren kommunikativer Prozesse als wirksame und hilfreiche Ressource therapeutischer Praxis.
An diesem Tag wollen wir unsere Erfahrungen und Erkenntnisse teilen und die Sinnhaftigkeit und Wirksamkeit dieser Form der Beobachtung erfahrbar machen.
Referent:innen
Brigitte Lassnig, Denise Rigaud, Sonja Forstner, Bettina Hemmelmayr, Magdalena Hörfarter-Koch, Angela Kirchner, Barbara Pöchheim, Jochen Schinkel, Michael Trauner,
Gabi Watzinger, Nicole Zainzinger-Jandl
Di, 13.10.2026, von 9 – 16 Uhr
Teilnahmegebühr € 87,-
Ermäßigung für Student:innen @ 45,-
Pfarrgemeindezentrum Don Bosco, 4020 Linz, Fröbelstraße 13
Anmeldung: office@fgst.at
Ein systemischer Fokus auf das Dazwischen von Klient:innen und Therapeut:innen
Inhalte:
Wir möchten gemeinsam anhand von transkribierten Beispielen aus der Praxis…
- systemtheoretische Perspektiven für die eigene Praxis lebendig werden lassen
- den Blick für die Dynamiken psychotherapeutischer Gespräche schärfen
- die praxisnahe Beobachtung 2. Ordnung weiterentwickeln
- neue Handlungsmöglichkeiten im Umgang mit herausfordernden Situationen erarbeiten
Fr, 02.04.2027, 10 – 18 Uhr
Sa, 03.04.2027, 09 – 16 Uhr
4020 Linz, Fröbelstraße 13
Kosten: € 330,- (Early Bird bis 30.11.2026: € 290,-)
Anmeldung: office@fgst.at
